Quergehört: Aniqatia, The City On Film, Facility, Marrón, Olde Pine, Snareset, To The North, Western Settings

Aniqatia – “Erratics” (DIY) [Name Your Price Download]
Abseits von jeglichen Trends bewegen sich vier Jungs aus Pennsylvania, die seit dem Jahr 2013 unter dem ungewöhnlichen Namen Aniqatia (sprich: an-uh-kay-dee-uh) zusammen Musik machen und mit Erratics  ihr Debut vorlegen. Grob würde das Ganze in die Sparten Emo, Post-Rock, Grunge, Indie und Post-Hardcore passen. Fünf emotionale Stücke, die sich nach mehrmaligem Hören in die Gehörgänge bohren und für Leute interessant sein dürften, die  Bands wie z.B. Elliott, Cursive, Engine Down, Juliana Theory oder Cave In zu ihren Faves zählen. Mir gefallen v.a. die verspielten Bassparts und die Tatsache, dass trotz reduzierter Mittel eine enorme Atmosphäre entsteht.


The City On Film – “La Vella” (Topshelf Records) [Stream]
Hey, wenn ihr auf gitarreninfizierten Indierock mit ein wenig Emo-Tendenzen steht, dann ist das hier genau das Richtige für euch. Der Drummer spielt obendrein bevorzugt das Crashbecken, die Hi-Hat muss auch ordentlich leiden. Trotzdem bleibt das ganze entspannt und laid back. Man könnte es so beschreiben: Entschleunigte Samiam, gepaart mit Indie-Rock á la Prawn oder Nada Surf, dazu etwas Dischord-mässiges Zeug und ein wenig Emo im Stil von Promise Ring oder Sunny Day Real Estate. Zudem finde ich das Albumcover ästhetisch ansprechend.


Facility – “The First Four” (DIY) [Name Your Price Download]
Jawoll, gleich vom ersten Ton an läuft mir das hier extrem gut rein. Fettes Gitarrenbrett, Crashbecken und intensiv leidender (Frauen-)Gesang. Ziemlich emotional und 90er-lastig, hört sich vom Feeling her etwa so an: HC-Mosh á la frühe Walls Of Jericho (aber um einiges punkiger) trifft auf frühe Boy Sets Fire (die Zeit bis zur This Crying, This Screaming, My Voice Is Being Born), dazu ein wenig Emo-Crust. Bands wie Cryptic Slaughter, Orchid, Nikad, Glasses oder Hope Dies Last (die österreichische Band) kommen mir ebenfalls in den Sinn. Ein Feuerwerk!


Marrón – “Demo” (DIY) [Stream]
Haha, die Bandbeschreibung liest sich schon mal super: Marrón formed in early 2014 around our love of good hooks, big books, and hood looks.  Voll gut. Und der Sound auf dem Demo steht dem in nichts nach. Wenn man auf verkopften und etwas dissonanten HC oder Oldschool Emo abfährt, dann findet man in der Band aus Südkalifornien vielleicht einen neuen Freund. Denn die Jungs haben sich mit Haut und Haaren dem DC Hardcore verschrieben, da werden Erinnerungen an Bands wie z.B. One Last Wish, Soulside, Rites Of Spring, Swiz oder Ignition wach.


Olde Pine – “The Jawns” (So Lucky! Records) [Name Your Price Download]
Twinkle Twinkle-Midwest-Emocore mit einem Sänger, dessen Stimme permanent kurz vor’m Kippen ist, bekommt ihr von vier Jungs aus Massachusetts auf die Ohren. Nach diversen EP’s, die bei mir auch schon auf offene Ohren stiessen, hat die Band nun ein ganzes Album mit insgesamt zehn Songs am Start. Diese Platte bringt den Schnee zum Schmelzen, der Frühling darf jetzt ruhig endlich mal kommen. Selbst schwächere Stücke, wie z.B. Ray Ramano Re-Runs  versprühen noch etliches an Charme. Mischt etwas Algernon Cadwallader, Snowing und ein wenig Reggie and the Full Effect (die Keyboards!), dann habt ihr’s in etwa.


Snareset – “Back To Where We’ve Never Been” (No Panic Records) [Stream]
Melodic Punkrock aus Deutschland, genauer gesagt aus Punkrock-City Münster. Münster, Munster, Monster, Money. Money Stinks! Das weiß man ja nicht erst seit DRI. Nunja, Snaresets Albumartwork gefällt mir trotzdem nicht, egal ob der Typ den “tollen” oder “ollen” Geruch des Geldes inhaliert. Scheiß drauf. Zur Mucke: ist eher nichts für zuhause. Das muss man live und mit ‘nem Bier bewaffnet sehen. Dabei schreit man seinem/seiner ebenfalls schon angetrunkenen Begleiter/in  sowas in der Art von “bisschen NOFX und Millencollin hier, etwas gemäßigtere Kid Dynamite und Strike Anywhere dort” ins Ohr. Natürlich mit extrem nasser Aussprache.


To The North – “Departure” (LesstalkRecords) [Name Your Price Download]
Beim Surfen vor der Küste Australiens kann man schon mal ‘nen Adrenalinschub bekommen, weil man von Haien belästigt wird, beim wilden Surfen auf Bandcamp ist das eher die Ausnahme. Ab und zu zahlt sich das Bandcamp-Surfen aber doch mal aus, wie im Fall der Band To The North aus Brisbane, die ich bisher nicht auf dem Schirm hatte. Durch das Coverartwork angelockt war ich sofort vom Sound des Quartetts angetan. Emo, Indie und etwas Punk, die Band selbst bringt auch noch Jazz zur Sprache. In der Tat, das Ganze erinnert an Bands wie z.B. Karate, Barra Head, Faraquet oder Nation of Ulysses. Gleich mal vom Name Your Price Download Gebrauch gemacht, auch wenn es nur zwei Songs sind. Den Backkatalog der Band gibt’s übrigens auf der Bandcamp-Seite für lau. Freude.


Western Settings – “Yes It Is” (La Escalera Records) [Stream]
Diese Platte macht Spaß. Die Gitarrenriffs sind in der Art, wie wenn Du selbst gerade ‘ne Gitarre in den Griffeln hättest und erstmals – nachdem Du ein paar Chords gelernt hättest- eine tolle Melodie runterschreddern würdest und dieses Riff dann zockst, bis die Fingerkuppen nicht mehr mitmachen. Dann der Bass, der fröhliche Melodien klackert und der Sänger, der mit ganzem Herzen bei der Sache ist. Wenn man schon Punk und Pop mischt, dann bitte so und mit einem kräftigen Schuss Hardcore. Da darf sich dann auch gern mal wie im Opener RevHead  ein Glockenspiel zum Schlagzeug gesellen, oder im Hintergrund eine schöne Frauenstimme mitträllern. Also, wenn ihr Bands wie Dillinger Four, Kid Dynamite, Hot Water Music, Brand New Unit oder Grey Area mögt, dann hört da mal rein. Verdammt coole Scheibe.


 

Quergehört: 6’10, Andrew Paley, Kenny Kenny Oh Oh, Lambs, Ladder Devils, Rowan Oak, The Traditional, Twisted, Youth Funeral

6’10 – “The Humble Beginnings Of A Rovin’ Soul” (Ollie Mob/Flix Records) [Stream]
Hab mir von dem wunderschön aufgemachten Digi-Pack echt viel mehr versprochen, aber inhaltlich ist das absolut nicht meine Musik. Ganz im Gegenteil, damit kann man mich echt jagen oder gar foltern. Tobin Bawinkel, seines Zeichens Sänger der Oi/Folk-Punk-Band Flatfoot 56, frönt hier dem akustischen Folk, Country und Americana. Wenn ihr also auf verrauchte Stimmen gepaart mit Ukulele, Violine und Akkordeon steht, dann könnt ihr mit dem Album auf insgesamt 12 Songs ein wenig Square-Dance üben.


Andrew Paley – “Songs For Dorian Gray” (Flix Records) [Stream]
Beim Name Dorian Gray rattert es beim ein oder anderen von euch sicher kräftig im Oberstübchen, der Name Andrew Paley hingegen ist eher nur Menschen geläufig, die sich für die Indie-Post-Punk-Band The Static Age interessieren. Dort ist Andrew Paley nämlich Sänger. Auf dieser mittlerweile zweiten Solo-EP werden jedoch den ganz leisen und melancholischen Tönen Tribut gezollt. Zur Akustik-Gitarre gesellt sich außer vereinzelten Keyboardpassagen nichts weiter, als die zerbrechliche Stimme Andrew Paleys, manchmal sanft gehaucht, manchmal fast flüsternd. Genau das Richtige für romantische Abende am offenen Kamin.


Kenny Kenny Oh Oh & Lambs - “Split” [Name Your Price Download]
Köln vs. Leipzig: Kenny Kenny Oh Oh, das sind vier Leipzigerinnen, die genialen Punk/HC mit ordentlicher Dischord-Kante spielen. Wenn ihr die erste 7inch noch nicht kennen solltet, dann wird es Zeit, auch in diese mal reinzuhören, falls ihr von den auf dieser Split vertretenen Songs angetan seid. Mich fasziniert an dem Sound v.a. die Aura. Obwohl hier extrem geschrammelt wird und manch anderer Gitarrist mit Fäustlingen an den Griffeln sauberere Töne aus seiner Klampfe zaubern könnte, hat das hier Herz und Seele. Auch die zwei Songs der Kölner HC-Punks von Lambs zaubern mir ein Grinsen in die Fresse. Schrammeln. Ich find den Bassisten ziemlich gut, bzw. den Bass gut abgemischt. Geile Split EP, hätte ich gern auf Vinyl, allein schon wegen dem schönen Gitarrensaiten-Wirr-Warr auf dem Cover.


Ladder Devils – “Clean Hands” (Brutal Panda Records) [Stream]
Die Band selbst umschreibt ihre Musik mit den Worten “We play loud music”.
Naja, so “loud” fällt das alles dann aber gar nicht aus. Klar, der Schlagzeuger haut ordentlich rein, die Klampfen riffen, was das Zeug hält, der Basser klackert wie verrückt und der Sänger schreit ein wenig rum. Noisy Shit eben, es gibt mittlerweile andere Bands, die lautere Musik spielen. In den 90ern aber hätten die Ladder Devils aber definitiv zu den lauten Bands gezählt . Hätte es damals bereits “Tags” gegeben, dann wären da so Sachen wie “AmRep, Snapcase, Helmet, Refused, At The Drive-In” gekommen. Zieht euch eure Kopfhörer drauf, ausnahmsweise dürft ihr auch ganz laut aufdrehen. Das muss man nämlich mit solch noisig-vertrackten Riff-Monstern machen. Zappelt rum bei: Nameless, Faceless.


Rowan Oak – “It’s Hard To See You Clearly” (DIY) [Stream]
Als ich Rowan Oak zum ersten Mal hörte, dachte ich, dass ich es mit einer amerikanischen Band zu tun hätte. Die Bandcamp-und Facebook-Info-Seite gibt jedenfalls keine genauen Herkunftsdaten an, früher waren die Jungs unter dem Namen Western Grace unterwegs. Midwest-Emo klingt erstmal gut. Und wenn man das Instrumentale hört, dann denkt man in erster Linie an Bands wie z.B. Samiam oder Jawbreaker. Setzt aber der Gesang ein, kommen eher deutsche Bands wie Three Mile Pilot, Lockjaw, oder so Zeugs, das zu dieser Zeit, als eben genannte Bands unterwegs waren, auch gut auf das Kölner Label Defiance Records gepasst hätte, in den Sinn. Das liegt zum einen am starken deutschen Akzent, zum anderen hätte man auch die Zischlaute ein wenig rausfiltern können. Insgesamt aber sehr charmant.


The Traditional – “How To Live Without Blood” (Anchor Eighty Four Records) [Stream]
Lasst euch nicht vom Bandfoto bzw. dem dicken Schnäuzer abschrecken, der einem unweigerlich ins Auge springt. Hört euch lieber mal den starken Opener “Skeletons” an, der Erinnerungen an Bands wie Samiam, Thrice und Favez wach werden lässt. Die nachfolgenden Songs haben zwar seltsam anmutende Pop-Punk-Momente, die ich lieber wegzaubern würde, aber letztendlich gewöhnt man sich dann doch daran. Mixtape-Wilderer, die nur auf einen Song aus sind, sollten da ruhig mal reinhören.


Twisted – “Utopia” (Art For Blind) [Stream]
Die UK-Band konnte mich mit ihrer letzten 4-Song-Demo schon begeistern, auch auf Albumlänge wird mir der Sound des Quartetts nicht langweilig. Von den insgesamt 14 Stücken kennt man zwar schon drei Stücke vom Demo, aber umso besser, dass die da nochmals drauf sind. Stell Dir folgendes Szenario vor: Dag Nasty und Minor Threat treffen auf Rites Of Spring, dazu kommt eine Sängerin namens Livi Sinclair, die den Reiz der geschrammelten Redemption 87 -Gitarren mit ihrer ausdrucksstarken Stimme noch verstärkt. Geilometer, das hätte sich auch gut auf Dischord Ende der Achtziger gemacht.


Youth Funeral – “See You When I See You” (Twelve Gauge Records) [Stream]
In letzter Zeit sind echt etliche unpersönliche Anfragen reingeflattert, auf die ich nach kurzem Reinlauschen nicht mal mehr geantwortet habe, weil’s mich einfach nur gelangweilt hat. Sorry dafür. Youth Funeral waren auch so dreist, aber der Bandname blieb mir seit der Debut-EP Symptom Of Time irgendwie positiv hängen. Kurz mal den DL-Link angetestet: wow. Das kitzelt mich. Sechs intensive Songs zwischen hektischem Hardcore, Screamo, Punk. Der Schlagzeuger ist auf der Bühne wahrscheinlich das Tier schlechthin, die Gitarren schwurbeln erstklassig, nochmals wow. Die Kommunikationsunfähigkeit der Jungs interprätiere ich einfach mal als Asperger-Syndrom, zudem braucht’s um diese EP eh nicht viel Worte.


 

La Parade – “Sombra Y Cuerpo” (Boca a Boca Records)

Die Band aus Granada konnte schon mit ihren bisherigen Veröffentlichungen bei uns punkten, aus den beiden von Alessandro verfassten Reviews (Diez mil rostros und Voces Del Exilio) liest man quasi die “leuchtenden Augen” eines Musikliebhabers zwischen den Zeilen heraus. Auch mir imponierten die beiden Veröffentlichungen enorm. Ja, und mit dem neuen Album können die Spanier fast noch eins drauflegen, denn ihr Mischmasch aus Emo, Post-Hardcore, etwas Indie und vereinzelten Screamo-Ausbrüchen hat alles, was ein gutes Album haben muss. Vorausgesetzt, man kann sich mit dem Sound der Andalusier einlassen.

Dann kann man nämlich richtig eintauchen. La Parade haben eine Vorliebe für Songs, die an der 4-5-Minuten-Grenze kratzen. Die acht Stücke sind mit Ausnahme eines zweieinhalbminütigen, sehr emotionalen Post-Hardcore/Screamo-Songs (Doppelgänger) eigentlich alle in einer Songlänge, die Langeweile hervorrufen könnte. Aber nein, von Langeweile kann hier wirklich keine Rede sein, denn die Songs sind spannungsvoll und durchdacht arrangiert, die Musiker beherrschen ihre Instrumente, der Sänger kann sowohl schreien, als auch singen. Abwechslung ist also genügend vorhanden. Die Gitarren zaubern tolle Melodiebögen, zwischendurch wird temperamentvoll gezupft/geschlagen, beim Bass ist ähnliche Fingerfertigkeit zu beobachten. Der Schlagzeuger spielt mit Leib und Seele und der Gesang ist furchtbar intensiv. Man denkt ja bei solchen Aussagen im Zusammenhang mit spanischen Rockbands immer an die Band Héroes del Silencio, aber deren Sänger lässt mich z.B. nicht diese tief sitzenden Emotionen spüren, die ich bei Sänger Serjio Nevado förmlich raushören kann, obwohl ich die spanischen Texte nicht verstehe. Bei Héroes del Silencio konnte man sich das mit den Texten ja noch irgendwie zusammenreimen oder es hat null interessiert. Die Lyrics von La Parade würde ich hingegen sehr gern verstehen wollen, aber google translate wird der tieferen Bedeutung sicher auch nicht gerecht. Zumindest habe ich bemerkt, dass in vielen Songs das symbolische Zusammenspiel von Sonne, Licht, Schatten und Körper im Vordergrund steht, das wird ja bereits im Albumtitel angekündigt.

Das musikalische Können der Band zeigt sich v.a. in den ruhigen Passagen, hört nur mal den Song Ascendencia  oder  Impermanencia an. Beeindruckend. Falls ihr also Anhänger spanischer Emo/Post-Hardcore/Indie-Bands wie z.B. Standstill, Madee, Maple, Diana Lagarto oder Zeidun seid, dann werdet ihr La Parade sicher auch nicht verschmähen. Und falls ihr das Ding erstmal kostenlos anchecken wollt, dann genügt ein Klick auf’s Bandcamp-Banner.

8/10

Facebook / Bandcamp



Quergehört: Columbus, Give, I Was A Cosmonaut Hero, Myra, Outright, Rivershores, xRepentancex, Tarsius Tarsier

Columbus – “Home Remedy” (DIY) [Name Your Price Download]
Neuer Stoff für Jahrtausendwenden-Emo-Zombies, die ihre Blink 182-Poster aus der Bravo  vor ihren coolen Freunden verstecken, falls diese mal unverhofft zu Besuch kommen sollten.  Diese Emo-Typen sind schon phänomenal: erstmal diese ganze hoffnungslose Hoffnung. Dann kommt dazu, dass die vermeintlichen Freunde, die sie für cool halten und die nebenbei bemerkt mit über 20 immer noch bei den Eltern wohnen und ihr Kinderzimmer höchstens mal verlassen sollten, falls der elterliche Hotelservice es mal wieder versäumt hat, neue Batterien für die TV-Fernbedienung  zu besorgen, selbst Blink 182-Poster unterm Bett versteckt haben. Was ich eigentlich sagen will: hört euch diese vier Songs an und werdet glücklich. Denn ihr werdet euren coolen Freund nicht mehr brauchen, weil ihr jetzt selbst cool seid. Blink 182 hin oder her, diese drei australischen Typen mischen Pop-Punk mit Emo und etwas Hardcore, als ob sie so Zeugs mit der Muttermilch aufgenommen hätten. Neben Blink 182 hör ich noch die Get Up Kids, ein wenig As Friends Rust und Strike Anywhere. Wow.


Give – “Electric Flower Circus” [Stream]
Als ich das erste Mal auf die Band Give aufmerksam wurde, fand ich auf Anhieb dieses Gänseblümchen-Logo mit dem G im Blumenstempel toll. Auf solch drollig wie einfache Logos können nur Leute kommen, die auch sonst keine bösen Gedanken haben. Zu den bisherigen Releases braucht man nicht viele Worte verlieren, auch die aktuelle Scheibe reiht sich nahtlos im positiven Bereich ein. Emo mit ordentlich 90er-Flair, eindringlichem Gesang, genialen Fugazi-artigen Bassparts und absolut göttlichen Verbal Assault-Gitarren, die zeigen, wie nah Verbal Assault damals am Grunge dran waren ;). Ach ja, alles natürlich immer noch mit viel Dreck und Rotze gespielt. Stell Dir das folgende Szenario vor: Du läufst durch ‘ne Wiese, obwohl gerade ein Wolkenbruch draufgeregnet hat, pflückst neben einer schlammigen Pfütze ein Gänseblümchen mit etlichen fehlenden Blütenblättern, obwohl Du eine Heuschnupfenallergie hast. Der erste Nieser ist die Befreiung. Du willst mehr. Das bekommst Du auch, denn die Platte von Give ist ewig lang.


I Was A Cosmonaut Hero – “MMXIII” (DIY) [Stream]
Wenn ihr von französischsprachigem Screamo noch nicht die Nase voll habt, dann werdet ihr diese Band aus Besançon, die übrigens bereits seit 2009 existiert, vielleicht gleich ins Herz schließen. Runtergeschrammelte Emo-Gitarren, leidender Gesang, manchmal wird die traurige Stimmung noch durch eine Geige intensiviert. Neben atmosphärischen Ambientpassagen sind auch ab und an hektische Parts mit diesem für französischen Screamo so typischen Schlagzeugspiel am Start, aber die Midtempo-Parts überwiegen.


Myra – “Valley” (acuity.music) [Stream]
Seit 2005 existiert die Metalcore-Band Myra aus Leipzig, auch wenn ich mich nicht direkt für diese Musikrichtung interessiere, habe ich Myra bisher noch nie wahrgenommen. Seltsam eigentlich, denn die Band bläst ordentlich, dazu ist dieses Album astrein produziert. Die Gitarren kommen extrem fett, der Schlagzeuger hat bestimmt ordentliche Waden und Oberarme und der Basser sowieso. Wie dick die Stimmbänder wohl sein müssen, um so rumgröhlen zu können? Keine Ahnung. Ich persönlich finde, dass Myra mit den dargebotenen Songs locker in der Klasse der internationalen Größen des Genres mitspielen können. Mosh!


Outright – “Avalanche” (Reason and Rage Records) [Stream]
Mit der 2012-er EP machte die australische Female-Fronted HC-Band schon ordentlich Wirbel, nun steht mit Avalanche das erste Album an. Und ja, das ballert ordentlich. Outright soll übrigens  ‘ne gute Live Band sein, nach Genuss eines Videos auf Youtube kann ich das nur bestätigen. Fette Breakdowns, sehr metal-lastig, Bulldozer-Mosh-Parts, was will man mehr. Erinnert an Bands wie z.B. Strife, Path Of Resistance (die Straight Edge Band) oder Walls Of Jericho.


Rivershores – “Fuck it, Dude! Let’s get wasted!” (Uncle M) [Stream]
Visuell gesehen kann man der Band bei der Auswahl zum EP-Cover eine gewisse Geschmacksverirrung attestieren, musikalisch betrachtet bekommt ihr hier aber erstklassigen emotionalen Punkrock mit jeder Menge Hymnen auf die Ohren. Die vier Freunde aus Unna/Fröndenberg  klingen sehr amerikanisch, kaum zu glauben, dass die aus ‘ner deutschen Popel-Kleinstadt kommen. Sechs Songs im Fahrwasser von Bands wie z.B. Latterman oder Iron Chic.


xRepentancex – “The Sickness Of Eden” (Carry The Weight Records) [Stream]
Verdammt, ich bin schon irgendwie in den Neunzigern hängen geblieben. Neben Mid 90′s Emo stand ich auch schon immer auf Metallic Straight Edge mit ordentlichem Mosh-Anteil. Und diese Band hier aus UK haut Dir schon ordentlich vor die Glocke. Mann, da werden Erinnerungen an Slayer zur Reign In Blood-Phase wach. 90′s Metal-Mosh-Bands wie z.B. Strife, Earth Crisis, Turmoil kommen auch in den Sinn. Geilometer, diese Motorsägen-Gitarren und dieses Holzhacker-Gemoshe ist einfach unglaublich tight und obendrein noch astrein produziert.


Tarsius Tarsier - “Ceremonia de Atadura de Manos” (Long Legs Long Arms Records) [Name Your Price Download]
Zwei Jahre existiert die Band aus Madrid nun schon, die Bandmembers haben vor Tarsius Tarsier bereits in anderen Bands Erfahrung gesammelt (Knowledge is a Weapon, Trecedeluno, Muerdelágrimas, Lösung, Forzuda). Wenn ich ehrlich bin, kenne ich bis auf Knowledge is a Weapon keine dieser aufgeführten Kapellen, aber der Sound des Quartetts zeigt deutlich, dass hier keine Anfänger am Werk sind. Hier wird geholzt und geknüppelt, gekeift und gekeult. Ein ziemliches Brett. 8 Songs, rasend schneller Dampflock-Hardcore, Crust, Screamo, Blackened Hardcore. Ist live bestimmt massig und dürfte allen gefallen, die auf Bands wie From Ashes Rise, Ekkaia, Disfear, Converge, Orchid or His Hero is Gone stehen.


 

Sport – “Demo 2011 7inch” (Pike Records)

Die Franzosen haben es mir mit ihrer tollen Mischung aus Punk, Emo und Indie ja schon länger ziemlich angetan, die beiden Full Length-Alben Colors (2012) und Bon Voyage (2014) muss man einfach mögen, wenn man auf angepunkten Midwestemo abfährt. Auch die Demo aus 2011 läuft bei mir schon seit einiger Zeit rauf und runter, bisher jedoch nur in digitaler Form, welche ich mir damals als Name Your Price Download auf den Rechner geschnorrt hatte.

Was für eine Schicksalsfügung, denn dieser Tage schneit doch tatsächlich ein Päckchen vom sympathischen Dresdner DIY-Label Pike Records mit der stylisch gestalteten 7inch der Band aus Lyon rein. Freude! Optisch macht das kleine Scheibchen schonmal schwer was her, gerade die an das Artwork des ursprünglichen und längst vergriffenen Demo-Tapes angelehnte Rückseite der 7inch ist äußerst gelungen, auch das Frontcover mit der Wassergymnastik-Szene im 70ies-Flair kann man sich gut anschauen. Einziger Störfaktor: bei meinem Exemplar ist es wirklich eine Heidenarbeit, das Scheibchen in die etwas zu eng geklebte Hülle wieder reinzubekommen, ohne dass sich die Innenhülle wölbt und eventuell das ebenfalls hübsch anzusehende Textblatt unter diesem Umstand leidet. Abhilfe: draußen lassen, immer und immer wieder hören, auch wenn die Songs längst im Gehörkanal eingebrannt sind. Oder selbst Hand anlegen (DIY) und die Klebenaht vorsichtig öffnen, und um einen Millimeter versetzen (dafür bin ich aber zu faul, hehe).

Viele von euch werden die Demo der Band auch bereits in der Digitalversion kennen bzw. haben. Euch kann ich nur sagen: der Sound klingt auf Vinyl einfach um ein vielfaches charmanter, zudem weiß die etwas rauhe Produktion zu gefallen. Dort drüben schrammelt die punkige Gitarre ‘ne tolle Melodie runter, irgendwann tauchen Parts auf, die an Lifetime in den Anfangsjahren erinnern lassen, an anderer Stelle treten diese typischen Algernon-Cadwallader-Twinkle-Gitarren auf den Plan, dann wieder das Schlagzeug, das entweder einen fluffigen Beat runterbolzt oder irgendwas in der Art macht, zu der man gerne handclappingmässig durch die Pogomeute hüpft und die nix kapierenden rumstehenden Trantüten ein wenig mit Bier besudelt. Boah, und erst die Chöre und die überschlagende Stimme des Sängers <3.  Fünf Songs für die Ewigkeit.

Dieses Co-Release mit La Tête d’Ampoule zeigt mal wieder, wie man aus einer frei downloadbaren Veröffentlichung ein kleines Schmuckstück schaffen kann, welches nicht im Festplattennirvana versinken, sondern einen Ehrenplatz in der 7inch-Sammlung bekommen wird. Bei diesem Release ist wieder einmal die Leidenschaft der Leute spürbar, die dieses Schmuckstück erst ermöglicht haben, man sollte allen Beteiligten für ihren Enthusiamsmus unendlich dankbar sein. Ach ja, lustig ist übrigens, dass da auch ein DL-Code dabei ist.

8/10

Facebook / Bandcamp / Pike Records


 

Whitewater – “Currents” (DIY)

Wenn ich mich zurück erinnere, als ich mit ein paar anderen Jungs ‘ne Band hatte, dann frag ich mich, was wir eigentlich die ganze Zeit gemacht haben. Obwohl wir uns damals oft zum Proben getroffen haben, saßen wir lieber auf unserem abgeranzten Proberaumsofa rum und schütteten literweise Billigbier in uns rein, furzten ab und an ins Mikro und stopften uns kiloweise Pizza in die leeren Mägen. Trotz fehlender Aufnahmen schafften wir es aber dennoch, ein paar Konzerte zu spielen und ohne von der Bühne geprügelt zu werden erneut auf dem abgeranzten Proberaum-Sofa zu landen und unseren Spaß zu haben. Wir waren echte Schluffis, aber irgendwann kurz vor der Auflösung packte uns doch noch der Ehrgeiz, ins Studio zu gehen und ein paar Songs aufzunehmen. Da in der Bandkasse ständig Ebbe herrschte, grenzte es eigentlich fast schon an ein Wunder, dass wir das Zeug in Eigenregie veröffentlichten.

Tja, wenn ich mir unter diesen Aspekten die vielen professionellen Bands heutzutage mal so anschaue, dann frage ich mich echt, wie die das neben Arbeit, Schule, Studium und Hartz4 alle auf die Reihe bekommen. Whitewater aus Ostfriesland z.B. existieren erst seit Anfang 2014 und legen uns nach knapp einem Jahr Bestehenszeit bereits ihre erste EP mit fünf Stücken vor. Wenn ihr denkt, dass diese EP auf ‘nen K-Classic-Rohling gebrannt wäre und schlecht abgemischte Proberaumaufnahmen beinhalten würde, dann habt ihr euch geschnitten.

Schon die CD-Verpackung ist hübsch anzusehen: Das Format ist etwas größer als bei einer “normalen” CD,  der postkartenstarke Karton ist gatefoldartig aufgemacht, die Texte haben in der Innenseite Platz und die CD selbst hält durch einen raffinierten Steckmechanismus. Ach ja, kleiner Running Gag für Alessandro: das Cover wird mal wieder von ‘nem Typen verziert, der isoliert in der Landschaft rumsteht. So ein Motiv hatten wir schon länger nicht mehr, harr harr. Was der Totenkopf im Metal, was die Eule im Emo, das ist der in der Landschaft rumstehende Typ im Melodic/Emotional Hardcore.

Nun denn, das Quintett geht nicht nur optisch, sondern auch musikalisch sehr professionell zur Sache, die Songs sind durchdacht arrangiert und obendrein astrein produziert, an den technischen Fähigkeiten der Musiker gibt es absolut nichts zu meckern. Im Gegenteil, es ist echt erschreckend, wie standsicher die Jungs zur Sache gehen, obwohl sie erst so kurze Zeit zusammen musizieren. Mir gefällt der Wechsel zwischen ruhigen Passagen und dampfwalzenden Novemberstürmen ganz gut, dazwischen spielt ‘ne cleane Gitarrenmelodie über die hart moshende Klampfe, Geschrei und gesprochene Parts lassen auch gewisse Spannungen entstehen, die wiederum Knoten platzen lassen. Gutes Beispiel für das eben Beschriebene wäre z.B. der Opener “Dead End”.  Für erste Aufnahmen ziehe ich echt den Hut, auch wenn 90 Prozent dieser Melodic Hardcore-Bands irgendwie gleich klingen. Klar, das Ding von Whitewater mag auf zwanzigminütiger EP-Länge funktionieren, auf Albumlänge würde es aber vielleicht schon wieder anders aussehen.

7/10

Facebook / Bandcamp


 

Adolescents & Svetlanas – “Hot War” Split 7inch (Altercation Records)

Ich glaub nicht, dass es irgendwer von euch nötig hätte, aber zur Sicherheit gibt’s jetzt ein kleines bisschen Geschichtsunterricht: Die Adolescents existieren bereits seit 1980. Bevor ihr zu rechnen beginnt: das sind bis heute ganze 35 Jahre. Natürlich waren zwischendurch auch mal längere Pausen, aber mit ca. 14 regulären Tonträgern ist der Backgroundkatalog der kalifornischen Punkband prall gefüllt. Klar, unter diesen Veröffentlichungen sind auch Ausfälle wie z.B. das Balboa Fun Zone-Album, auf welchem die Band in der Hochzeit des Crossovers kläglich an dem Versuch scheiterte, Pop-Punk mit Hardrock und Metal zu kreuzen. Egal, denn die Amoeba-EP und das selbstbetitelte hellblaue Album zählen bis heute zu den absoluten Highlights des US-HC/Skate-Punks.

Kleiner Schwenker in die damalige Zeit: Mitte der Achtziger war die Adoleszenz nicht einfach. Ich hatte als pubertierender Außenseiter wirklich das Gefühl, mich irgendwie entscheiden zu müssen, welcher Szene ich nun angehören sollte. Es war furchtbar, denn die schleimigen Popper mit ihren gelverschmierten Haaren konnte ich auf Anhieb nie leiden, zudem durfte man auf dem Pausenhof keinesfalls in Cordhosen erwischt werden, lange Unterhosen im Sportunterricht führten ebenso zu blutigen Nasen oder aufgeplatzten Lippen wie das Bekenntnis, jeden Freitag die TV-Serie Alf zu gucken. Meiner Meinung nach war die Bronx gegen unseren damaligen Schulalltags-Struggle ein Scheiß. Auf der einen Seite die Metaller mit ihren Jeanskutten (Metallica, Helloween, Slayer, Megadeth), auf der anderen Seite die Hip-Hopper mit ihren ekligen Pelzkrägen an den Jacken. Metaller und Skater piesakten gemeinsam die Hip-Hopper und zogen etliche Boards und Nagelnietenarmbänder durch die Fressen winselnder Gangsta-Boyz, die Pelzkrägen wurden neben den abgenommenen Mercedessternen wie die Römerhelme in den Asterix-Comics zu Trophäen. Dazu gab’s noch fürchterlich blasse Grufties, die sich Tag und Nacht Kaffee und Koffeintabletten reinpfiffen, zu denen fühlte ich mich ebenso wenig hingezogen, wie zu den Psychos  mit ihren Nashorn-Frisuren und Klorix-Hosen. Ach ja, nicht zu vergessen die Skins, die Angst und Schrecken auf dem Schulhof verbreiteten. Und dann waren da noch die Punks, die sich die besten Sachen aus den ganzen Szenen raussuchten und vor nichts Angst hatten. Zu einer Szene gehörte man damals mit Haut und Haaren, entweder oder war die Devise. Jeder jagte jeden. Ach, jetzt hab ich mich irgendwie verzettelt, eigentlich wollte ich euch nur von aufgeschürften Knien oder gebrochenen Knöcheln im Zusammenhang mit Skateboardfahren und Bands wie den Circle Jerks, Suicidal Tendencies, Descendents und eben den Adolescents berichten, aber das im 80-er-Comicstil gehaltene Cover/Backcover-Artwork hat mich irgendwie an den damaligen kalten Krieg auf unserem Schulhof erinnert.  Apropos Kalter Krieg: Die Idee hinter dem Cover ist ganz nett: USA gegen Sowjetunion übertragen auf die musikalische Ebene ergibt Hot War. Die Svetlanas (Moskau) gegen die Adolescents (Kalifornien).

Das 2014-er Album La Vendetta  der Adolescents heimste bereits etliche Lorbeeren in den einschlägigen Szene-Blättern ein, zudem berichteten Freunde und Bekannte von erstklassigen Live-Shows. Obwohl man bei solchen Events massig Leute von früher treffen könnte, blieb ich letztendlich doch lieber fern. Was mich persönlich an dieser 7inch etwas stört: auf jeder der beiden Seiten ist jeweils nur ein Adolescents und ein Svetlanas-Song zu Hören, dadurch wirkt das Ganze irgendwie zerpflückt. Man hat sich gerade auf eine Band eingestellt, dann kommt auch schon die andere Band. Schlagabtausch. Der Song Fukushima Lemon Twist  war bereits auf dem La Vendetta-Album enthalten, hier wird in bester Surf-Punk-Manier die kalifornische Sonne reingelassen. Den anderen Song (Forever Summer)  kennt man auch bereits vom Presumed Insolent-Album. Die Adolescents sind wirklich in Topform, ich liebe einfach den Gitarrensound der Band. Die Svetlanas hatte ich bisher noch nicht so auf dem Schirm, aber die zwei Songs rocken ordentlich nach vorne. Cooler 77-Punk mit Frauengesang, mir gefällt das. Aber auch diese zwei Songs kennt der Svetlanas-Fan bereits. Übrigens hat die Band aus Moskau eine interessant zu lesende Bandbiographie, ich fasse mal aus dem Presseinfo zusammen: als ehemalige KGB-Agenten haben sie ein Einreiseverbot nach Russland und sind inzwischen in Italien untergetaucht. Da hier also nur bereits veröffentlichte Songs drauf sind, ist das in erster Linie für Die-Hard-Fans der beiden Bands interessant, oder eben als Appetizer für Leute, die beide Bands noch nicht kennen sollten. Die 7inch wurde mir übrigens freundlicherweise von Flix Records zugesandt, die zusammen mit Altercation Records die kommende Tour beider Bands im Mai präsentieren werden.

7,5/10

Adolescents Facebook / Svetlanas Facebook

Giver – “Mother Midnight” 7inch (lifeisafunnything/Beyond Hope Records)

Schon die 2013er EP Choking on Pride  hinterließ dicke Fußstapfen in der deutschen HC-Szene und lief bei mir damals auf Empfehlung von Alessandro hin pausenlos rauf und runter. Obwohl  diese erste EP in Eigenregie im eigenen Keller und mit teilweise ausgeliehenem Equipment eingespielt wurde, besitzt das Ding eine ungeheure Durchschlagskraft. Dementsprechend erfreut war ich, als lifeisafunnything eine neue 7inch der Hardcore-Band aus Paderborn und Köln ankündigte, diesmal in Zusammenarbeit mit dem Würzburger Label Beyond Hope Records. Ebenfalls supergeil ist natürlich, dass lifeisafunnything bei jeder Veröffentlichung zuverlässig an uns denkt und uns mit lecker Promo-Vinyl versorgt. Dieses Ausgelaugt-von-der-Arbeit-nach-Hause-kommen-und-freundliche-Post-vorfinden versüßt den Feierabend enorm. <3

Die kleine Scheiblette ist mal wieder sehr schön anzusehen, mein Exemplar leuchtet giftgrün und ist durchsichtig, das gute Stück gibt es aber auch noch in grün mit schwarzen Sprenkeln. Wer das Vinyl schonen will, findet beiliegend einen Download-Code. Mit dem praktischen Wende-Cover stellt sich natürlich die Frage, wo vorne und hinten ist, zudem habe ich Probleme, die Bedeutung der Fotos herauszufinden. Vielleicht liegt’s an meinem Tunnelblick? Auf der einen Seite ist jedenfalls ein Typ zu sehen, der eine Fackel in die dunkle Nacht hält, auf der anderen Seite ist ein Kapuzen-Träger mit ‘ner Teekanne in der Hand zu erkennen, der mit einem Strick um den Hals an einem kleinen Bäumchen festgebunden ist. Abgefahren irgendwie. Im Innenteil, in welchem die lesenswerten Texte abgedruckt sind, ist dann noch ein Bild mit einem Messer zu finden, das sich gerade an das Durchsäbeln eines Strickes macht. Vielleicht ist das der Strick vom Frontcover?

Obwohl die Songs schon seit einiger Zeit über Bandcamp zu streamen waren, habe ich tapfer ausgeharrt, bis das Vinyl eingetroffen ist, was eigentlich verdammt schwer auszuhalten war. Aber so hat man einfach das Gefühl, ein Stück der Musik in den Händen zu halten. Ich mag das einfach, im Textblatt zu Stöbern und während des Hörens das Cover zu wenden und zu drehen, daran zu schnuppern usw., ihr kennt das sicherlich auch zu gut. Bereits bei den ersten Tönen war mir klar, dass ich auch diese EP in mein Herz schließen würde. Unglaublich, die vier Songs toppen meiner Meinung nach die Aufnahmen der Choking On Pride-EP um Längen. Klar, im Presseinfo steht’s: für Aufnahme und Produktion ist mal wieder die geniale Tonmeisterei verantwortlich. Erneut exzellent abgeliefert: Fett und gnadenlos kratzen die Gitarren, klar und kraftvoll wummert das Schlagzeug. Und deutlich sind die abnormal geilen Bass-Lines (z.B. bei Malediction)  zu vernehmen. Die Gangshouts kommen super zur Geltung, laut genug aufgedreht könnte man fast meinen, dass ungefähr 30 Jungs und Mädels mit im Raum wären und sich die Seele aus dem Leib brüllen. Auch das zu vernehmende Geschrei aus dem Off bei Floating Life  kommt hammergeil.

Nachdem ich das ständige Wenden der 7inch satt hatte, bin ich dann letztendlich doch bei der Download-Version gelandet. Denn: mit jedem weiteren Durchlauf bin ich mir sicher: die Jungs leben ihre Musik, da steckt mehr dahinter als ein paar hippe Klamotten, Kritzi-Kratzi am ganzen Körper oder überdimensionalen Dumbo-Tunnels. So und nicht anders sollte moderner Hardcore klingen: Im Punk tief verwurzelt, vor Spielfreude strotzend, die Faust empor gestreckt. Giver geben einen Scheiß auf gängige Trends und ziehen irgendwie ihr eigenes Ding durch, gerade der Gesang besticht durch abwechslungsreiche und eigenständige Vorgehensweisen. Hier wird nicht nur in einer bestimmten Tonlage einfach drauflosgebrüllt, wie bei diesen ganzen Melodic-HC-Bands, deren Sänger alle identisch klingen. Hier wird mit letzter Kraft und mit voller Intensität mal gegröhlt, mal gelitten. Bei Tunnel Vision  z.B. erinnert mich einer der melodischen Gesangsparts an Kid Dynamite, während mich die schnelleren Passagen an so US-Bands wie z.B. Betrayed denken lassen. Im Presseinfo fällt der Vergleich mit Expire, gerade bei dem eben erwähnten Song passt das ganz gut, auch sehe ich Parallelen zu den kürzlich vorgestellten Time’s Tide. Die ganze Bandbreite der Band bekommt ihr übrigens beim letzten Song Floating Life  präsentiert: hier trifft rohe Energie auf melodische Gitarren, gleichzeitig tobt ein tosendes Moshgewitter, selbst ruhigere Klänge finden hier ihren Platz. Verdammt, es wird wirklich Zeit, die Band endlich mal live zu erleben.

9/10

Facebook / Bandcamp / lifeisafunnything


 

Eric Ayotte – “Transparency” (Pike Records)

Eric Ayotte ist bereits seit 2007 musikalisch aktiv, neben zahlreichen 7inches und drei Alben gibt es nun mit Transparency  das mittlerweile vierte Album des aus Troy, einem kleinen Städtchen im Bundesstaat New York stammenden Singer Songwriters. Überhaupt, Eric Ayotte ist ein umtriebiger Typ, neben seinem musikalischen Schaffen ist er auch noch Independent-Filmemacher und hat obendrein zusammen mit Freundin Charlie Jones das Gadabout Film-Festival ins Leben gerufen, das neben Kurzfilmen, die tief im DIY und Punk verwurzelt sind,  auch mit Live-Musik untermalt wird. Gerade wurde das Festival in musikalischer Begleitung von Eric Ayotte auf einer dreimonatigen US-Tour mit über 75 Stationen präsentiert, und während ihr diese Zeilen lest, wird das Festival noch bis Ende März auf europäischem Boden aufgeführt. Also, geht da hin, wenn es in eurer Stadt Halt macht, das klingt nämlich äußerst interessant.

Zuerst muss ich sagen, dass ich rein optisch von dem Tonträger sehr angetan bin. Angefangen beim bunten Albumcover, das auf schweren Karton gedruckt ist bis hin zum edel anzusehenden Textblatt, welches obendrein noch gut in der Hand liegt. Aber der absolute Burner ist das braun marmorierte Vinyl. Ich bin entzückt. So macht Plattenhören noch mehr Spaß. Neben dem tollen Dresdner DIY-Label Pike Records wird das Scheibchen in den USA übrigens von BrownTown co-released.

Zum musikalischen Inhalt: normalerweise stehe ich eher weniger auf dieses Singer/Songwriter-Ding, z.B. kannste mich mit dem Solozeugs von Chuck Ragan oder anderem Country-Gedudel  jagen, aber Eric Ayotte wandelt nicht so extrem auf Country-Pfaden, die Songs sind eher im Folk angesiedelt, dabei merkt man zudem, dass reichlich Punkbackground vorhanden ist. Mit so einem Sound werde ich unverzüglich warm. Gleich beim Opener Midas Touch  kommen mir die göttlichen Weakerthans in den Sinn, oft höre ich auch Parallelen zu Kristofer Aström zu dessen Northern Blues-Phase heraus. Eric Ayotte hat einerseits eine kräftige Stimme, andererseits kommen auch zerbrechliche Momente zum Zug, durch die etwas nasale Stimme könnte man auch Vergleiche mit Billy Corgan von den Smashing Pumpkins anbringen. Es gab irgendwann in den Neunzigern mal ‘ne kanadische Emo-Band namens Two Line Filler, an diese Kapelle erinnert mich das hier vorgetragene enorm. In einer Spielzeit von 40 Minuten und insgesamt 12 Songs ist eigentlich für jede Stimmung etwas dabei.

In den Texten werden überwiegend persönliche Erfahrungen verarbeitet, aber es kommen auch immer wieder politische Themen zur Sprache. Und beim Song Chen  wird’s dann auch noch traurig. Oh mann, ich kann dieses Gefühl echt gut nachvollziehen, wenn das geliebte Tier das Zeitliche segnet. Eric Ayotte hat übrigens die Stimmung des Albums im Textblatt ganz gut auf den Punkt gebracht: Transparency was written from a place with a lack of trust in people, institutions, and myself. I’ve been feeling overwhelmingly anxious and stressed with how people interact and communicate. It’s an attempt to be more open and honest, and wanting more clarity, accountability, and genuine interactions from my friends, my government, my culture/society, and myself. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

8/10

Facebook / Bandcamp / Pike Records


 

 

EP-Vierer: Boy Sets Fire & KMPFSPRT, Choir Vandals, Time’s Tide, Zelf

Boy Sets Fire & KMPFSPRT – “Split” (Uncle M)
Es heißt ja, die Eskimos hätten rund 30 Wörter für das Wort Schnee. Ich hingegen habe rund 30 Wörter für das Wort Scheiße. Versteht das bitte nicht falsch, die Benefiz-Idee hinter dieser Split ist absolut unterstützenswert, aber soundmässig hängt mir der seltsame Geruch von Fäkalien bereits beim ersten Durchlauf dieser zwei Songs penetrant in der Nase. Auch wenn ich mir permanent den guten Zweck ins Gedächtnis rufe (sämtliche Erlöse werden an Sea Shepherd gespendet) und mit Boy Sets Fire eine Band am Start ist, die ich zumindest in den Anfangsjahren sehr vereehrte, kann ich diesem Song rein gar nichts abgewinnen, der Refrain mit “Ohrwurmcharakter” nervt enorm. Nur zum Vergleich: Habt ihr mal diese Elton John-Coverversion von BSF gehört? Ist um Längen besser, als dieser käsige Pop-Song hier, obwohl die glattgebügelte BSF-Version des Miley Cyrus-Songs stimmlich eindeutig positiver im Pop-Casting abgeschnitten hätte. Zudem gibt es von genau diesem Song bereits ein Cover, das mehr Biss als die BSF-Version besitzt. Keine Ahnung, wie ernst BSF dieses Cover nehmen, für mich ist es nicht mehr, als ein Proberaum-Jux. Die Münchener Freiheit-Cover-Version von KMPFSPRT kann mich dann auch nicht groß aus den Latschen hauen. Schon mit den Eigenkompositionen von KMPFSPRT wurde ich musikalisch nie warm, fand aber die Einstellung der Band und den aus den gelesenen Interviews entnommenen Spirit ganz okay. Wie gesagt, die Idee hinter den zwei Cover-Songs dieser 10inch mag vielleicht charmant sein, aber Miley Cyrus würde mit entblößten (huch) Nippeln wahrscheinlich mehr Publicity bekommen, um auf diverse Defizite in unserer Gesellschaft hinzuweisen.  Ach Herrje, unsere Gesellschaft ist wirklich am Arsch. Muss man für solche Coverversionen eigentlich Tantiemen hinblättern? Falls ja, aus wessen Tasche werden die bezahlt? Keine Anhnung, vielleicht wäre ich fröhlicher gestimmt, wenn ich die zwei Songs auf Vinyl vorliegen hätte? Ich denke eher nicht. Diesen Hardcore goes Charts-Scheiß konnte ich noch nie leiden, zudem war die 10inch eh innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Also werde ich wahrscheinlich mit meiner vernichtenden Kritik allein auf weiter Flur stehen. Und ja, ich weiß, beide Bands haben die Sympathien sowieso auf ihrer Seite, aber mein Hass kommt nicht von ungefähr: In den 80ern hab ich mal bei ‘nem Preisausschreiben ‘ne Karte für ein Münchener Freiheit-Konzert gewonnen, es war die Hölle. Ich als kleiner Knirps zwischen mindestens zweihundert besoffenen Hausfrauen mit Dauerwelle, die nach dem Konzert bestimmt von ihren dem Alkohol verfallenen Ehemännern zuerst verprügelt und dann zum Beischlaf genötigt wurden (das war zumindest damals mein Eindruck, den ich von diesem Konzert mit nach Hause genommen hatte). Schlager Vs. Schläger. Wie romantisch. Was kommt als nächstes? Sick Of It All ziehen ihre Asthma-Masken auf und covern Helene Fischer und alle finden das dann toll? Ja sicher. Die gute Sache hinter der Scheiblette verdient ohne Frage 10 Punkte, die unten angeführte Bewertung ist daher nur auf die Musik bezogen.

3/10

Snippet-Stream


Choir Vandals – “At Night” (6131 Records)
Was’n das für’n heißer Scheiß? Emo/Indie-Pop aus St. Louis, arschcool und fett angepunkt, so kann man mit wenigen Worten den umwerfend frischen Sound dieses Quartetts umschreiben. Diese vier Stücke klingen so dermaßen locker aus dem Ärmel geschüttelt, transportieren aber dabei gleichzeitig eine verdammt gefühlvolle Stimmung, die auf literweise Herzblut und unendliche Liebe der Band zur dargebotenen Musik schließen lassen. Und man wird das Gefühl nicht los, dass die Jungs das mit wenigen Handgriffen und ohne große Anstrengung hinkriegen. Einerseits fühlt man sich beim Hören der perfekt abgemischten Songs an Indiebands wie die Arctic Monkeys oder die Strokes erinnert, dann hat man wiederum das Gefühl, dass Sunny Day Real Estate von frühen Mando Diao gecovert werden und beim Refrain die Misfits ein wenig mitgröhlen dürfen. Es mag befremdlich klingen, aber teilweise schwingt in den Songs ein erotischer Vibe mit, für den hautpsächlich der pumpend gespielte Bass und die Shoegaze-Anteile inklusive Gesang verantwortlich sind. Dann die nicht zu verleugnenden Grunge-Einflüsse und die lässigen Gitarren-Slacker-Melodien. Die Band hat zwar schon eine Veröffentlichung im Rücken, aber diese vier Songs lassen mich nach mehr lechzen. Jeder einzelne Song ist absolut Mixtape-tauglich: Ich würde mich nach langem Abwägen für Monsters  entscheiden.

8/10

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Time’s Tide – “Past Live” (DIY)
Diese kanadische Straight-Edge-Band tritt ordentlich in den Arsch, wow. Beim ersten Durchlauf zappel ich hier bereits vor der Tastatur herum und bekomme nervöse Zuckungen. Nach einem absolut geilen, im midtempo gehaltenen zweiminütigen Instrumental-Intro lässt die Band den bisswütigen Köter von der Leine. Da gibt’s nur eines: Faust hoch, Fingerpointing, das ganze Programm eben, wenn man von Musik total gepackt wird. Schleppende Mosh-Parts gehen Hand in Hand mit schnell nach vorne prügelnden HC-Attacken und unterschwelligen Melodien. Und spätestens beim tollen Gitarrenintro vom dritten Song versuche ich wie verrückt, per google ein bisschen was über diese Band herauszufinden…und werde aber nicht richtig fündig. Scheißegal, die sechs Songs sind so schnell vorbei, dass ich gleich schon wieder ‘ne neue Runde brauche. Der Sänger hat so ‘ne richtig aggressive Stimme, die ordentlich Wut und Frustration transportiert, manchmal erinnert mich die Stimme an Zach De La Rocha zu Inside Out-Zeiten. So muss kraftvoller Hardcore klingen. Intensiv, nach vorne ballernd, mit druckvoll gespielten Drums und gefühlvoll gezockten Gitarren und wummerndem Bass. Dicke Empfehlung, zumal das Ding auch noch als Name Your Price-Download verfügbar ist!

9/10

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Zelf – “Hey” (Späti Palace)
Könnt ihr euch eigentlich vorstellen, wie geknickt ich damals war, als sich die Berliner Indie-Band I Might Be Wrong aufgelöst hatte, ohne dass ich die Band jemals live erleben durfte? Es war das absolute Disaster, denn I Might Be Wrong haben auch knapp 3 Jahre nach ihrer Auflösung noch nichts an Faszination verloren, Platten wie Circle The Yes  und It Tends To Flow From High To Low  haben einen Ehrenplatz in meiner bescheidenen Plattensammlung. Dementsprechend freudig gestimmt war ich, als im Juli 2013 ein erstes Lebenszeichen der Berliner Formation Zelf via Facebook zu vernehmen war. Nach dem Bandsplit fanden sich alle Ex-Mitglieder der Band in anderen Kapellen wieder, wobei ich mir vom Sound der Band Zelf aber am meisten versprach. Neben Gitarrist Florian wirkt hier nämlich auch noch Lisa von Billerbeck mit, deren unverkennbarer Gesang mich seit ihrer Zeit bei der Band Monochrome nicht mehr losgelassen hat. Im Dezember 2013 tauchten dann die ersten Bootleg-Demo-Aufnahmen im Netz auf und bestätigten meine Erwartungen, die ich an die Band hatte. Um die erste offizielle Veröffentlichung zu hören, verstrich dann nochmals ein weiteres Jahr. Aber das Warten hat sich gelohnt, denn diese vier Songs tragen ebenfalls dieses magische Gefühl in sich, das mich auch schon bei I Might Be Wrong gepackt hat. Manchmal wird man vom instrumentalen her an deutsche Bands wie z.B. Contriva oder Jersey erinnert. Die Gitarren kommen glasklar und verschwurbelt, manchmal faszinierend melodisch, der vertrackt gespielte Bass und dazu der vertäumt bis resignierende Gesang, der die Gabe hat, mir durch Mark und Knochen zu gehen, einfach genial. Dann die kaum bemerkte Steigerung innerhalb eines Songs, bis man merkt, dass man mitten im Sturm steht: das alles zusammen zieht Dir die Füße unter dem Boden weg. Die Songs sind zwar nicht auf Anhieb so eingängig, wie die Sachen von I Might Be Wrong, aber mit jedem Durchlauf bohren sie sich weiter in Deine Eingeweide und spätestens beim Refrain zu Lance Up Your Shoes  wird einem klar, dass Zelf längst in einer Liga mit internationalen Genre-Größen mitspielen können. Hier bekommt ihr erstklassigen Indie-Rock mit Herz und Köpfchen geboten.

9/10

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Young Mountain – “We’re Drowning In Slowmotion” (Through Love Records)

Ich weiß nicht, woran es liegt, aber seit meiner Kindheit hab ich Aufkleber lieber in Kisten gesammelt, als irgendwo aufzukleben. Nur die doppelten Exemplare wurden mal wo aufgeklebt, aber auch diese äußerst widerwillig, hätte ja sein können, dass der einzig verbliebene Aufkleber irgendwann mal kaputt geht oder nicht mehr klebt, wenn man ihn mal dringend brauchen sollte. Nennt mich von mir aus zwangsneurotisch, aber anscheinend ist diese Aufklebermacke nicht vererbbar, denn meine kleine Tochter hatte dieser Tage keinerlei Probleme damit, den stibitzten Through Love Records Aufkleber an ihren Schreibtisch zu pappen, während sich bei mir ein zentnerschwerer Kloß im Hals bildete, als ich die ausgezuzzelte Aufkleberhülle entdeckte. Merke: ich darf Aufkleber nicht mehr einfach so rumliegen lassen, sondern muss sie ab sofort in meine geheime und abschließbare Aufkleber-Kiste tun.

Nun denn, switchen wir von den Aufklebern mal zu den Schallplatten. Die Young Mountain 12inch war auch in dem Through Love Records-Päckchen, das mich neulich himmelhochjauchzend jubilieren ließ. Die Platte erscheint als Co-Release mit Zegema Beach Records. Jedenfalls scheint das Hamburger Label einen besonderen Draht nach Schweden zu haben, denn Young Mountain kommen aus Gothenburg und langsam fragt man sich, ob man einfach so mir nichts dir nichts mal ‘nen kurzen Abstecher nach Schweden machen könnte, und dabei pro Trip jeweils zufällig ein bis zwei geile Bands entdecken könnte, die auch noch Bock haben, auf dem Label zu veröffentlichen.  Keine Ahnung, Through Love Records haben jedenfalls diese Begabung. Und was neben dem exzellenten Händchen bei der Bandauswahl zusätzlich zur Faszination beiträgt, ist das hohe Niveau und die erstklassige Qualität der einzelnen Releases. Das Vinyl ist schwer, hat teilweise Siebdruck oder ist wie im Fall der Young Mountain farbig (weiß), das Plattencover ist auf schweren Karton gedruckt, die Innenhüllen sind mit Texten ausstaffiert, was will man mehr, da schlägt das Herz des Vinyl-Liebhabers schneller. Mach’s Dir gemütlich, leg die Platte auf, lümmel Dich in Deinen Sessel und schnapp Dir das Textblatt. Und werde mal wieder überrascht, denn Young Mountain treten Dir mit ihrem emotionsgeladenen Post-Hardcore sämtliche Eingeweide in den Leib, bevor sie Dir diese mit voller Wucht herausreißen und Dich damit strangulieren. Melancholie und Wahnsinn liegen so nah bei einander. Poesie und Aussichtslosigkeit gehen Hand in Hand. Post-Hardcore, Post-Rock, Screamo, Blackmetal und Emo, so würde ich den Sound der Schweden mal beschreiben.

Laut Plattenhülle sind drei Songtitel angegeben, aber letztendlich gibt es zu diesen drei Stücken noch einen Instrumentalsong, den ich jetzt persönlich eher nicht so berauschend finde, der aber zumindest auf der Vinylversion eine atmosphärische Wirkung zeigt. Bei den “richtigen” Stücken gefällt mir, dass sie eigentlich trotz ihrer Intensität sehr reduziert klingen und nicht überladen wirken. Textlich bewegt man sich zwischen den Pfeilern Schmerz, Trauer und Sehnsucht. Wenn ihr auf Bands wie z.B. We Never Learned To Live steht, dann dürftet ihr an  We’re Drowning In Slowmotion  ebenfalls Gefallen finden.

8/10

Facebook / Bandcamp / Through Love Records


 

Artificial Eyes – “I Just Want A Brand New Revolution” (Riotbike/Artificial Eyes Records)

Gibt es unter euch Lesern/innen noch Leute, die seinerzeit die Fußgängerzonen unserer BRD mit Punkmusik aus stinknormalen Ghettoblastern beschallt haben? Also, ich meine jetzt nicht so die neumodischen Bahnhofpunx, die mit ihren Smartphones über Spotify beispielsweise den Soundtrack zum Untergang auf ihren bluetooth-Lautsprecher streamen und mit ihrer Schnorrerei die  vorbeigehenden Anzugsträger ungeschoren davonkommen lassen, während sie aber ausgerechnet Leute ohne offensichtlichen Geldscheißer um ein paar Euro anhauen. Ich meine eher so richtige Lümmel-Punks wie z.B. mich selbst (hihi), welche einst mit ihren analogen Kasi-Kisten und selbst zusammengestellten Punksamplern unsere grauen Fußgängerzonen belagerten und etwas Farbe in den Alltag brachten.

Ich frag deshalb so scheinheilig, weil ich unter den Vertretern dieser Spezies einige Leute vermute, denen noch die Stuttgarter Band Oi!Genz etwas sagen dürfte. Die Oi!Genz trieben so vor ca 15-20 Jahren ihr Unwesen und waren eine der Oi-Punk-Bands , die damals eben nicht “unpolitisch” waren, sondern ihr Maul aufmachten und klar Stellung gegen rechts bezogen und obendrein soweit gingen, um in der sogenannten Grauzone etwas auszumisten. “Raus aus unserer Szene” war damals ein solches Statement. Mein Spruch zu der damaligen Stimmung war: wenn schon Oi, dann die Oi!Genz oder so Bands wie Psychisch Instabil. Warum ich euch die ollen Kamellen hier auftische, hat seine guten Gründe.  Artificial Eyes, die mit Ex-Mitgliedern von Freiboiter, Produzenten der Froide oder Wärters Schlechte ausgestattet sind und bereits ein Full Length-Album in petto haben, haben nach einigen Line-Up-Wechseln Zuwachs in Form von Tanio, dem ehemaligen Sänger von den legendären Oi!Genz bekommen, die übrigens auch die Antifascist Rock Action (AFRA) ins Leben gerufen haben. Coole und wichtige Sache das. Auch geil: Stuttgarts Punk/HC-Szene ist einerseits so vielseitig, andererseits gibt es aber auch keine Berührungsängste zwischen den einzelnen Splittergruppen. So eine Show mit eigentlich so unterschiedlichen Bands wie Artificial Eyes, Pessimistic Lines und Hell & Back ist daher keine Seltenheit und zeigt einfach mal wieder, dass die Leute einfach wissen, woher sie kommen.

Artificial Eyes haben mir zwecks Besprechung das I Just Want A Brand New Revolution-Album in CD-Form geschickt, mittlerweile ist auch die Vinyl-Version erhältlich. Wenn ihr früher auf euren Dorfplätzen den zusammengemurksten Tapesampler eurer Punk-Kumpels auf deren Kaufhaus X-Kassettenrekordern gelauscht habt und immer in froher Erwartung wart, beim nächsten Song auf den ultimativen Killersong zu stoßen, dann ist dieses Album genau das Richtige für euch. Auf insgesamt 10 Songs wird teils auf deutsch, teils auf englisch mit melodischen Punkgitarren und mit etlichen Oi-Gröhl-Chören gezetert und angeprangert, was das Zeug hält, auch massig Hardcore-Querverweise sind zu finden. In diesem Oi-Punk-Bereich dümpeln ja massig 08-15-Bands vor sich hin, aber Artificial Eyes liefern auf hohem Niveau ab, diese Band sollte man im Auge behalten. Live soll die Band ganz schön ballern. Hier hört man jedenfalls deutlich heraus, dass da Leute mitwirken, die die Szene nicht erst seit gestern kennen und schon viele Trends kommen und gehen gesehen haben. Nehmt nur mal das Thema Gentrifizierung, das längst in der Provinz angekommen ist und nicht nur in einer kleineren Großstadt wie Stuttgart menschenvernichtende Spuren hinterlässt. Ich hab früher mal einige Zeit in Stuttgart gewohnt, aber als ich neulich in die Nordbahnhof-Gegend kam, hätte ich mir ein upgedatetes Navisystem gewünscht. Was hat Stuttgart 21 dieser Stadt nur angetan? Einige Straßenzüge sind komplett vom Erdboden verschwunden, als  ob vor einigen Jahren ein Asteroid eingeschlagen wäre und alles zerstört hätte und danach im Bebauungsplan nur noch glasverspiegelte Bank- und Versicherungsfassaden vorgesehen waren. Anyway, geht in den nächstbesten Club, in dem Artificial Eyes ihr Set runterbolzen und schnappt euch ein Bier, bevor ihr ausgelassen mit ein paar Irokesen-Punks und Antifa-Skins das Tanzbein schwingen lasst und laut “Raus aus unserer Szene” gröhlt. Könnte nämlich sein, dass dieser Club in ein paar Wochen schon durch ein glasverspiegeltes Bürogebäude ersetzt wird.

7,5/10

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Barren Land – “Demo” (DIY)

Beim Hören dieses Demos fühle ich mich echt zurückversetzt in Mitte/Ende der Achtziger. Mann, alleine das Bassintro beim ersten Song, dann die mit rausgestreckter Zunge gespielte Gitarre und die ersten Schlagzeugtöne von Drummerin Sonja, die  bei jedem Schlag in die Felle jeden x-beliebigen Schlagzeuglehrer zusammenzucken lassen. Den Schlagzeuglehrer kann ich mir gerade so richtig vorstellen, wie er mit Händen und Füßen herumfuchtelt und versucht, Zeichen zu geben, wie das Schlagzeug korrekt gespielt werden sollte…und dann schlägt die Stimmung schlagartig um und es scheppert plötzlich ziemlich hasserfüllt und extrem angepisst aus den Boxen. Würd das Ganze mal mit dem Titel “rasender HC/Punk” bezeichnen. Gegen alles, gegen jeden. Keine Gnade für den Schlagzeuglehrer. Scheiß Gesellschaft, unliebsame Entwicklungen im sozialen Umfeld, Ungerechtigkeit und kaputte Umwelt lassen Barren Land scheppernd und gallopierend, teilweise etwas (wahrscheinlich gewollt) unkoordiniert nach vorne preschen. Dabei werden  abwechselnd deutsche und ins denglische abdriftende Lyrics eingesetzt. Ich würde der Band empfehlen, in Zukunft nur noch in deutscher Sprache zu wettern, hört sich irgendwie besser an.

Könnt ihr euch eine krachige Mischung aus deutschen Punkbands wie den Boskops, Slime oder Canalterror vorstellen, die sich mit Polit-Bands wie z.B. Man Lifting Banner, Hardcore-Crossover-Kapellen wie Chronical Diarrhoea (Anfangsphase), Inferno, Profax, GBH und SS Decontrol paaren? Das Ganze natürlich authentisch im thrashigen 80er-Hardcore-Proberaum-Flair? Dann solltet ihr unbedingt Barren Land aus dem Ruhrpott anchecken. Die Band existiert erst seit Sommer 2013, diese Aufnahmen, die im April 2014 entstanden sind, sind sozusagen die ersten Aufnahmen der Band. Diese Information habe ich übrigens aus dem handschriftlich verfassten Briefchen, welches dem Päckchen beilag, das ich neulich aus dem Briefkasten fischte. In Zeiten des digitalen Nachrichten-Wahns eine willkommene Abwechslung. Keine Ahnung, wie schick das Demotape gestaltet ist, aber die CD im Pappschuber mit herausgestanztem James-Bond-Loch lässt jedes DIY-Herz höher schlagen.

7,5/10

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Sore Eyelids – “For Now” (Through Love Records)

Als erstes muss ich sagen: Ich find den Bandnamen Sore Eyelids echt klasse, auch wenn ich mich dabei selbst an ein unschönes Ereignis aus meiner Lehrzeit erinnere, als ich mich – anstelle einfach mal blau zu machen – mit ‘ner fetten Bindehautentzündung zur Arbeit geschleppt hatte , nur weil ich abends noch auf ein Konzert einer abgefuckten Hardcore-Punkband aus der Region gehen wollte und ich Bammel hatte, dass mich da oder eher auf dem Weg dorthin jemand von der Arbeit sehen könnte. Ihr Kleinstadt-Punks kennt solche oder ähnliche Situationen sicher. Obwohl der Arbeitstag noch weniger Spaß als sonst bereitete und meine Augen mittlerweile aussahen, als ob mir jemand Tränengas in die Fresse gedonnert hätte, fand ich mich am Abend tapfer und natürlich pünktlich in einer zum Abbruch anstehenden Schule wieder, in welcher teilweise schon der Regen durch das Dach tropfte und das Konzert über die Bühne ging. Dass das mit Schimmelsporen/Asbest durchsetzte feuchte Loch und die dicken Rauschschwaden der Anwesenden Tabak-Freaks nicht den Genesungsprozess beschleunigten, hatte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn einfach ausgeblendet, da es immerhin Leute gab, die in dem versifften Drecksloch in der Ecke ihren Rausch ausschliefen. Und dass man mit ungewaschenen Pfoten nicht die Augen reiben sollte, hatte ich mit zunehmendem Alkoholisierungsgrad auch nicht mehr so richtig auf dem Schirm, so dass ich nach dem Wochenende erstmal mit zugeeiterten Augen zum Arzt musste und für ‘ne Woche ‘nen gelben Schein bekam und seltsame Pillen schlucken musste und obendrein weder lesen noch fernsehen konnte. Brrr…gruselig, was man sich so alles einfangen kann…Soviel mal dazu, was der Bandname bei mir für Erinnerungen weckt.

Erstmals wurde ich auf die schwedische Band Sore Eyelids durch ein Split-Release mit der von mir sehr geschätzten Band Trachimbrod aufmerksam, welches ebenfalls via Through Love Records (damals noch unter dem Namen True Love Entertainment) erschienen ist. Die zwei darauf enthaltenen Songs und die Tatsache, dass hier Leute von Suis La Lune mitwirkten, machten mich neugierig, so dass ich auch mal in das 2012er Debut lauschte und sich eine Art Faszination entwickelte. Und wie es der Zufall und das Schicksal will, ist diese schon von außen betrachtet überaus dekorative 12inch mit insgesamt sechs Songs in dem liebevoll verpackten Plattenpaket mit drin, das mich vor einiger Zeit aus dem Hause Through Love Records erreichte.

Das Coverartwork wirkt auf den dicken Plattenkarton gedruckt wie ein im Museum ausgestelltes Kunstwerk, auch die Rückseite der Platte weiß durchaus zu gefallen. Das Vinyl selbst, welches es übrigens in den Farben rot, schwarz und clear gibt, steckt in einer schicken schwarzen Hülle, zudem liegt ein Textblatt bei. Ach ja, hier sind neben Through Love Records noch Tell Wilhelm Records, Protagonist Music und Zegema Beach Records beteiligt.

Sore Eyelids klingen vom ersten Ton an traurig und verträumt, bei den Anfangs-Durchläufen hatte ich sogar ein wenig Probleme, mich mit der Musik einzulassen, zumal ich versucht hatte, die Platte im Wohnzimmer bei Kindergeschrei zu hören. Das geht gar nicht, denn die Musik der Schweden  erfordert schon ein klein wenig Konzentration, nebenbei hören geht sicherlich auch, der aha-Effekt setzt aber erst ein, wenn man das Gebräu aus Emo, Shoegaze, Post-Hardcore und Punk laut und ohne Ablenkung und am Besten über Kopfhörer direkt in den Blutkreislauf einsickern lässt. Neben bedächtigen Passagen und diesen für die Band typischen Leier-Gitarren-Effekten überzeugen die Songs v.a. atmosphärisch mit dichten Soundwänden und mystischem Flair, andererseits können sie auch anders und schleudern mit flottem Drumming und flinken Gitarrenlicks ‘ne Portion Sand in Deine Augen. Hier gilt: nicht blinzeln und keinesfalls reiben, Du könntest sonst was verpassen, denn die Reise an einen verwunschenen Ort sollte man sich gut einprägen, damit man später seinen Enkelkindern davon erzählen kann. Wenn man die Texte der Band so durchliest, dann weiß man, warum die Augen so in Mitleidenschaft gezogen wurden: die unerfüllte Liebe, die zerbrochene Beziehung, zentnerschwere Last auf den Schultern.

Ich kann mich momentan nicht festlegen, welche der beiden Seiten mir besser gefällt. Momentan liegt die A-Seite um eine Nasenlänge vorne. Aber die B-Seite hat auch ihre Reize. Dieses Release ist jedenfalls ein Grower, den man nicht verpassen sollte. Frühe Appleseed Cast treffen auf Shoegaze-Bands wie z.B. Whirr, My Bloody Valentine oder Lush. Dazu gesellen sich die Leier-Gitarren von Beach House und zwischendurch wandern mal The Pine durch die Landschaft.

8/10

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Marfa – “Rollerskate Skinny” (DIY)

Marfa? Kannte ich bis jetzt noch nicht. Wenn man das mal googelt, erfährt man zuerst, dass es irgendwo in der Pampa von Texas ‘ne Stadt mit gleichem Namen gibt, zudem erhält man Verweise zu Dostojewskis Schuld und Sühne. Was mich bei solchen Namensrecherchen im Netz immer wieder fasziniert ist, dass ich völlig unerwartet, egal wonach ich suche, auf etwas stoße, das mich neugierig macht. Die Marfa-Lichter sind z.B. so ein Phänomen, darüber muss ich unbedingt mehr erfahren, ihr doch sicherlich auch?

Aber jetzt mal endlich zur Band Marfa, die aus drei Männern und einer Frau besteht und aus Hamburg kommt. Im Presseinfo distanziert man sich irgendwie von Indie-Tiermasken-Träger-Bands (#Furries) und Mainstream-Rockmusik (#Scheiße), außerdem erfährt man, dass die Band bereits einige EP’s und ein Album herausgebracht hat (#???). Die darauf folgende Recherche ergibt, dass das Quartett seit ca. 11 Jahren besteht. Ha, das ist der (bzw. mein) Knackpunkt. Wenn ich nämlich 11 Jahre zurückrechne, dann bestätigt sich – tatatataaaaa- meine beim ersten Anhören aufkommende Vermutung:  hier müssen OC California-Fans am Werk sein. Die Parallelen zu Bands, deren Sound diese TV-Serie so besonders machte, sind nicht von der Hand zu weisen. Hier kann man Querverweise zu Bands wie z.B. Youth Group (hört mal wieder Shadow Land an, absolut geil), Nada Surf oder frühen Killers erkennen, deutsche Indie-Bands wie die frühen Planeausters oder Antiphon dienen ebenso zum Vergleich.

Mir gefallen diese vier Songs außerordentlich gut, denn sie haben diese Verspieltheit und klingen gleichzeitig unangestrengt locker, laid back. Gerade “Leather Pants” ist so ein richtiger Hit, in den man mal reinhören sollte. Einziger Kritikpunkt zur EP: auch wenn man die Texte klar verstehen kann, vermisse ich ein Textblatt. Aber das war’s auch schon mit der Motzerei, alles andere ist toll. Hier sind Leute am Werk, die mit ganz viel Herz bei der Sache sind und nach elf Jahren Bandgeschichte immer noch im DIY verwurzelt sind. Und beim Coverfoto bin ich mir immer noch nicht sicher, ob das eine Fotomontage ist.

7,5/10

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